Interview

Dipl.-Kfm. Markus Machatschke

1985 - Aufnahme des betriebswirtschaftlichen Studiums in Nürnberg

1991 - Abschluß zum Diplom-Kaufmann

1992 - Beginn der Tätigkeit als Immobilienunternehmer

1998 - Immobilienvermittlung und Immobilienankauf

2000 - Bauträger- und Projektentwicklungstätigkeit

2004 - Alleininhaberschaft Dr. Machatschke Immobilien

2017 - 25 Jahre Berufserfahrung

Meine Leidenschaft zum Immobiliengeschäft, insbesondere zu den verschiedenen Entwicklungen, Strömungen und Veränderungen auf den unterschiedlichen Teilmärkten, resultiert sicherlich aus einer starken Prägung durch das elterliche Immobilienunternehmen und das Aufwachsen in einem darauf ausgerichteten Unternehmerhaushalt. Bereits als Jugendlicher konnte ich an einer Vielzahl verschiedenster Eindrücke und mittelbarer und unmittelbarer Erfahrungen partizipieren. Diese begleiteten mich aber nicht nur während meiner Jugend, sondern insbesondere auch während meiner Universitätsausbildung und meinem späteren Berufsleben.

Immobilien, insbesondere die unterschiedlichsten Bauwerke, verstehe ich heute als Hülle des menschlichen Aktivitätennetzes. Hierbei dient die Wohnimmobilie sozusagen als kulturgeschichtlicher Ausdruck der menschlichen Seßhaftigkeit und die Gewerbeimmobilie als Ausgangspunkt unternehmerischen Handelns. Die jeweilige Anpassung dieser Hülle an wirtschaftliche, gesellschaftspolitische, oder auch sozioökonomische Änderungen, bürgt die Chance auf eine immerwährende Dynamik. Einige Zeitabschnitte stehen dabei für ein Mehr, andere für ein Weniger an Beweglichkeit, Entwicklungsfreudigkeit und Prosperität.

Insofern glaube ich fest an ein "panta rhei" - "alles fließt". Vielfältige Herausforderungen und Aufgabenstellungen werden auch in Zukunft für ein spannendes und Kreativität erforderndes Bild meiner Berufung und Leidenschaft sorgen.

Sie sind nunmehr seit 25 Jahren als Immobilienunternehmer tätig. Wie hat sich der Immobilienmarkt verändert?

Der gesamte Immobilienmarkt ist fortwährenden Änderungsprozessen ausgesetzt. Je nachdem, welchen Teilmarkt man hieraus näher betrachtet, wird klar, daß verschiedenste Einflussfaktoren auf die jeweilige Angebots- und Nachfragesituation einwirken. Zum Beispiel ist bei der Nachfrage nach Wohnimmobilien natürlich schon immer die Situation auf dem Arbeitsmarkt, insbesondere die Lohnentwicklung von besonderer Bedeutung gewesen. Allerdings war hierbei auch immer eine ausgeprägte Trägheit, oder besser zeitverzögerte Reaktion, in Bezug auf Veränderungen gegeben. Neu hinzugekommen ist nun zum Beispiel auch der zunehmend an Bedeutung gewonnene demographische Faktor innerhalb der Regionen, der sich vor allem in den unterschiedlichen Wanderungstendenzen der arbeitenden Bevölkerung in wirtschaftlich positiv geprägte Standorte hinein, oder aus diesen heraus, ausdrückt. Damit ist eine neue Art des Wettbewerbs entstanden, der in den Gewinnerregionen zu einem erhöhten Druck auf den Immobilienmarkt durch die dort steigende Nachfrage führt.

Auf der anderen Seite wird auch das Angebot an Immobilien durch die verschiedensten Imponderabilien beeinflußt. Wer hätte vor 5 Jahren gedacht, daß es zu einem Preisanstieg in selten dagewesener Form kommt - unter anderem auch bedingt durch fehlende Verkaufsbereitschaft aufgrund fehlenden Vertrauens zur eigenen Währung -, oder, daß sich die Zinslandschaft derart dramatisch verändert? Allerdings hat die jüngere Vergangenheit, vielmehr aber noch die Gegenwart, auch gezeigt, daß die Strömungen und Entwicklungen in immer schnellerem Zeitablauf vonstattengehen, daß sich Konjunkturzyklen beschleunigen und sich die in der Vergangenheit zu konstatierende Konstanz der Wertschöpfung alleine durch Zeitablauf, durch vielerlei neue ökonomische, soziale und politische Einflüsse in eine nicht mehr gänzlich abzusehende Zukunftserwartung geändert hat.

Der Immobilienmarkt hat sich im Endeffekt also von einem vormals relativ gut zu kalkulierenden und sich relativ langsam veränderbaren Konstrukt hin zu einem sich laufend bewegenden, von sich immer schneller verändernden Einflussfaktoren abhängigen Marktgeschehen, verändert.

Dipl. Kfm. Markus Machatschke

Wird der Immobilienmarkt der Zukunft von Dynamik und Wachstum geprägt sein, oder eher stagnieren und wie werden Sie als Unternehmer hierauf reagieren?

Mit der Dynamik auf dem Immobilienmarkt gehe ich zur Zeit, also in Bezug auf den aktuellen Betrachtungszeitraum, eher skeptisch um. Aus einem in den letzten Jahrzehnten durchaus existierenden Chancenwettbewerb, sind momentan eher Ansätze eines Verdrängungswettbewerbs zu erkennen. Dies ist sicherlich auch kein Wunder. Standorte, ob innerstädtisch, städtisch, oder im attraktiven Außenbereich sind sehr häufig fertig entwickelt und damit langfristig belegt, oder stehen aus verschiedensten Erwägungen der Eigentümer heraus nicht zur Disposition, oft aufgrund fehlenden Verkaufswillens wegen mangelnder Sicherheit in alternativen Anlageformen des Erlöses. Entwicklungen auf den raren interessanten Restflächen dauern aufgrund der Erfordernis politischer Rücksichtnahmen und fehlender Entschlussstärke zudem sehr lange. Aber auch diese Phase wird meiner Erfahrung nach wieder abgelöst werden durch ein sich wieder stärker entwickelndes Chancengefüge auf dem Immobilienmarkt - sei es durch neuartige Ideen der Marktteilnehmer, geänderte politische Rahmenbedingungen, oder eine Wandlung in den Anforderungen der verschiedenen Nutzergruppen.

Insofern bleibe ich dabei: bei längerem Betrachtungshorizont wird der Immobilienmarkt immer eine Grunddynamik beinhalten, sich immer ändern, verändern und wachsen. Dies ist der Immobilie als Selbstzweck und als Zweck menschlicher Handlungen sozusagen inhaerent.

Aufmerksam, hell wach sein! Die rar gesäten Chancen durch Fleiß erkennen, vielleicht aber auch durch Intuition erahnen und im Fall des Falles konsequent an der Sache bleiben und für eine Lösung arbeiten. Dies ist für mich die gangbare Lösung in der jetzigen Marktlage. Sicherlich ist dies mitunter sehr anstrengend, aber wir leben dafür in einer Zeit, in der man durch eine gelebte work-life-balance jederzeit Kraft, Ideen und Durchsetzungsvermögen auftanken kann.

Dipl. Kfm. Markus Machatschke

Sie sagen, die Immobilienbranche kann ein sehr Kräfte zehrendes Unterfangen sein. Wie motivieren Sie sich und Ihre Mitarbeiter für die tägliche Arbeit?

Kraft entsteht natürlich durch die erwähnte work-life-balance, aber zugegebenermaßen eben auch durch Erfolg, durch die damit verbundene Anerkennung und das Gefühl, etwas zu einem guten Ende gebracht zu haben. Für das Unternehmen, für die Mitarbeiter und natürlich auch für alle an diesem jeweiligen Geschäft Beteiligten. Das ist die Triebfeder meines Handelns und damit auch genug Motivation, um in schwierigen Phasen durchzuhalten und weiterzumachen. Dies gilt natürlich auch in besonderem Maße für die Mitarbeiter des Unternehmens.

Welcher Unternehmer behauptet schon von sich, daß immer alles glatt läuft, man keine Rückschläge zu verdauen hat oder man keinen gehörigen Respekt vor der Zukunft hat? Dies zum Besten zu geben, ist in meinen Augen mehr als unehrlich seinen Gesprächspartnern gegenüber. Ich halte es da lieber im Schumpeter`schen Sinne, der im unternehmerischen Denken und Handeln, im Durchsetzungsvermögen, aber auch in der richtigen Einordnung der eigenen Stellung und vor allem auch in der Wahrheit und Geradlinigkeit des Unternehmers den Ausdruck des Unternehmertums sieht.

Mitarbeiter haben meiner Erfahrung nach ein sehr feines Gespür, ob das Proklamierte dann auch gelebt wird und, ob ehrlich mit den Dingen umgegangen wird. Insofern ergibt sich die Motivation, aber auch der Respekt voreinander und die freundschaftliche Umgangsform miteinander aus sich selbst heraus.

Dipl. Kfm. Markus Machatschke

Die Historie Ihres Unternehmens beweist über ein halbes Jahrhundert, wie Sie sagen, Durchsetzungsvermögen und kontinuierlichen Erfolg. Welche Faktoren sind hierfür entscheidend?

Zum einen sind dies natürlich nicht ausschließlich meine Meriten. Die Vorgängergeneration, meine Eltern, haben fleißig und kontinuierlich gearbeitet und dem Unternehmen aus dem Nichts eine sichere Basis gegeben. Das gehört schon mit zur Wahrheit. Sicherlich habe ich dann diversifiziert, und die Geschäftsaktivitäten weiter ausgebaut. Hier und dort bin ich auch neue Wege gegangen, habe neue Ideen entwickelt und bin manche Dinge sicherlich auch anders angegangen. Jedenfalls habe mich auf dem Erreichten nie ausruhen mögen. Wesentlicher Aspekt über eine so lange Zeit in der doch anfälligen Immobilienbranche erfolgreich bestehen zu können, ist meiner Auffassung nach genau dieser Erfahrungsvorsprung auf den verschiedenen Feldern der Betätigung. Wer selbst schon mal gebaut hat, kann sich eben differenzierter hierzu äußern, wer selbst Immobilien zur Entwicklung gekauft hat, kann sich bei den verschiedensten Problemstellungen sicherer bewegen, wer selbst Gewerbeobjekte auf eigene Rechnung eingekauft und vermietet hat, weiß eben auch um die tatsächlichen Probleme, die sich hieraus in wahrlich vielfältiger Form ergeben können.

Diesen Rückgriff auf den eigenen Erfahrungsschatz, das fundiert mitreden können, der Austausch von gemachten und gelebten Erfahrungen und daraus resultierend auch der eine oder andere förderliche Hinweis ermöglicht Gespräche auf Augenhöhe zu den unterschiedlichsten Anbieter- und Nachfragergruppen. Ich habe auch den Eindruck, dies wird in hohem Maße anerkannt und geschätzt. Ein Unternehmen muss sich sicherlich nicht immer neu erfinden, um erfolgreich zu sein. Dennoch muß es offen für Veränderung, auf keinen Fall resistent gegenüber guten und ernstgemeinten Ratschlägen und vor allem auch demütig gegenüber seiner Historie sein. Ich glaube, dies ist mir in der Vergangenheit, in Verantwortung zur Vorgängergeneration, vielleicht aber auch für die nachfolgende Generation, gut gelungen.

Dipl. Kfm. Markus Machatschke

Zum Ende hin noch die sehr persönliche Frage: Welche weiteren Interessen haben Sie neben der Immobilienwirtschaft und welche Ziele verfolgen Sie außerhalb Ihrer Unternehmertätigkeit?

Es heißt, keiner ist unersetzlich, der Erfolg des Unternehmens sollte immer über den handelnden Personen stehen. Dennoch habe ich in der Vergangenheit immer wieder festgestellt, daß Unternehmer gerade aus dem mittelständischen Bereich große Schwierigkeiten hatten, geeignete Nachfolger im höheren und mittleren Management aufzubauen, oder aber auch die Fähigkeiten geeigneter Nachfolger zu erkennen und diese auf ihre künftigen Aufgaben vorzubereiten. Der Lebenszyklus nicht weniger Unternehmen hat dadurch einen vorzeitigen Knick erhalten und anstatt durch eine junge, nachfolgende Generation Wachstumsimpulse und Aufschwung herbeizuführen, wurde das vorzeitige Ende eingeläutet.

Ich für meinen Teil möchte mich, obwohl ich ja noch mitten im Geschehen stehe und dies auch noch für einen längeren Zeitraum Bestand haben wird, dennoch frühzeitig um die richtige Stellung der Weichen bemühen. Mitarbeitern und möglichen Nachfolgern werde ich Vertrauen schenken, mich entsprechend kümmern und diesen auch genügend Zeit zum Sammeln von Erfahrungen geben. Meine Interessen sind darüber hinaus sehr vielfältig und zumindest in meinem Privatleben nicht nur auf das Thema Immobilie beschränkt. Es gibt viele Dinge aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen für mich zu erkunden. So gibt es zum Beispiel viele Orte auf dieser Welt, die ich mir ansehen werde, aus welchen ich Anregungen und Ideen schöpfen werde und die ich hoffe, dann auch in das Unternehmen einbringen zu können. Auch gibt es vielerlei Möglichkeiten für mich, Menschen, die keine gute Ausgangsposition von Geburt her haben, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, zu unterstützen, Mut zu machen und auch ganz konkret zu fördern.

Außerdem möchte ich mich immer weiterbilden und im Sinne von Mellerowicz wissenschaftliche Denkansätze pflegen. Wissenschaftlich denken heißt zu unterscheiden, eine wie ich finde hochaktuelle Aussage in Bezug auf unsere heutigen gesellschaftlichen, politischen und sozialen Verhältnisse. Und dann werde ich natürlich weiterhin die höchsten Güter pflegen, welche wir Menschen innehaben können. Zuallererst meine Familie, dann meine Freizeit und Freiheit in allen wesentlichen Dingen des Lebens, und natürlich auch eine an manchen Tagen humorvolle Sicht auf allzu pessimistisch und streng gesehene und kommentierte Entwicklungen auf den Immobilienmärkten.

Dipl. Kfm. Markus Machatschke

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